Treffen mit dem Experten

Interview mit Martina Sander, Badezimmerexpertin

Novel Badkombination 3-tlg. SCUDERIA

Dem Badezimmer und seiner individuellen Gestaltung wird zunehmend Beachtung geschenkt. Nicht ohne Grund, denn eine gut durchdachte Ausstattung mit pflegeleichten Möbeln und ansprechenden Accessoires schafft nicht nur Stauraum, sondern verleiht dem Raum von stylish bis wohnlich eine individuelle Atmosphäre.

 

 

Das Verkaufshaus in Unna gehörte damals zu den ersten Möbelhäusern in Deutschland, die eine große Badausstellung mit Möbeln, komplettem Badzubehör und Badematten in das Sortiment aufgenommen haben. Martina Sander

 

Die fünf Möbelhäuser Zurbrüggen zeigen riesige Ausstellungen mit aktuellen Kombinationen vom kleinsten Gästebad bis zur exakten zentimetergenauen Planung ihres Traumbades. Von Glaswaschbecken über den Handtuchhalter bis zur trendigen Baddekoration bleiben hier keine Wünsche offen. Möbel können direkt mitgenommen oder individuell, selbst für Dachschrägen, genau geplant, fachgerecht geliefert und aufgebaut werden – auf Wunsch inklusive der Badarmaturen und Wasseranschlüsse.

Die zuständige Einkäuferin für dieses umfangreiche Sortiment ist Martina Sander. Die gelernte Diplom-Kauffrau kam direkt im Anschluss an ihr Studium zu Zurbrüggen. Wir haben mit ihr über die besonderen Ansprüche und die neuesten Trends rund um das Thema Bad gesprochen.

Zurbrüggen Magazin (ZM): Was verbindet Sie mit dem Thema Badezimmer?

Martina Sander (MS): Ich bin quasi in diesem Umfeld aufgewachsen und habe nach der Schule regelmäßig im Sanitärhandel gearbeitet. Damals gab es in punkto Badezimmermöbel gerade einmal den Allibert-Spiegelschrank, keine Schränke oder Kombinationen. Ich bin direkt nach dem Studium bei Zurbrüggen in Unna eingestiegen und habe hier von Anfang an das Badezimmersortiment eingekauft.

Das war 1989 etwas ganz Besonderes, denn das Verkaufshaus in Unna gehörte damals zu den ersten Möbelhäusern in Deutschland, die eine große Badausstellung mit Möbeln, komplettem Badzubehör und Badematten in das Sortiment aufgenommen haben.

 

Zurbrüggen Badserie MORIS | Badezimmer
Zurbrüggen Badserie MORIS

 

ZM: Welcher Aspekt Ihrer Arbeit bereitet Ihnen besonders viel Freude?

MS: Das große Angebot an Badezimmerkombinationen inklusive passendem Zubehör, das wir unseren Kunden in fünf Filialen in wechselnden Ausstellungen dauerhaft präsentieren, begeistert mich immer wieder. Der Kunde kann je nach Ausstellungsgröße in den Möbelhäusern zwischen 120 und 150 Badezimmerkombinationen wählen. Dazu gehören auch eigene Entwicklungen und Marken. Dafür entwerfen und bauen wir im Verband mit den Lieferanten Möbel und Zubehör.

Bademöbel zu entwerfen, die technisch und praktisch nutzbar sind, macht mir besonders viel Spaß. Auch dass ich als Frau in der Männerdomäne Sanitär tätig bin, ist etwas Besonderes. So kann ich auch weibliche Aspekte in die Möbelplanung einbringen, und es entstehen zum Beispiel Spiegelschränke mit optimal ausgeleuchtetem Licht zum Schminken und aber auch zum Rasieren.

ZM: Welche Informationen sind für Sie von besonderem Interesse, um bei der Beratung möglichst viele individuelle Aspekte berücksichtigen zu können?

MS: Der Kunde kann sich bei uns jederzeit von der großen Auswahl an Möbeln und Kombinationen in der Badezimmerausstellung anregen lassen. Es hilft natürlich, wenn jemand schon ganz konkrete Vorstellungen davon hat, wie sein Bad ausgestattet sein soll: Wofür soll es dienen? Soll eine Wellness-Oase daraus werden? Ein Familien-, ein Kinder- oder ein Designerbad? Auch eine konkrete Vorstellung des finanziellen Rahmens kann die Beratung unterstützen – vom 299 Euro- bis zum 8000 Euro-Bad ist alles möglich.

Die Materialvorstellung der Ausstattung (Holz, Glas, Keramik, …) des Badezimmers spielt ebenfalls eine Rolle. Vor allem jedoch sollte der Kunde Zeit für ein Beratungsgespräch mitbringen. Wir helfen gerne bei der Entscheidungsfindung, denn letztlich ist alles machbar: für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel, vom preiswerten Mitnahmemöbel bis zum Designerbad aus Echtholz. Ob mit oder ohne fachgerechten Aufbau und Ausmessen, kann der Kunde selbst bestimmen.

ZM: Wie schätzen Sie derzeit den Stellenwert des Badezimmers innerhalb einer Wohnung ein?

MS: Der Stellenwert des Badezimmers ist gestiegen, es ist in den letzten Jahren zunehmend zu einem mit Ambiente und Stauraum ausgestatteten Rückzugsort geworden. Die Entspannung vom Alltag spielt eine große Rolle. Auch das kleinste Badezimmer entwickelt sich zur Wellness-Oase, es ist zum Trendthema geworden.

 

Sadena Badkombination MÜNCHEN | Badezimmer
Sadena Badkombination MÜNCHEN

 

ZM: Hygiene ist ein wichtiges Thema im Badezimmer. Inwiefern berücksichtigen Badezimmermöbel und -kombinationen die einfache Reinhaltung des Raumes?

MS: Diesem Bedürfnis hat sich die Badausstattung angepasst. Wo es möglich ist, werden Schränke gehängt, um ein schnelles Durchwischen zu ermöglichen. Auch bei der Auswahl an pflegeleichten Fronten hat sich viel getan. Sie reichen von Lack über Glas bis zu kratzfestem Melamin. Die Palette wird von Jahr zu Jahr erweitert. Praktisch sind auch beschlagfreie Spiegel, die beheizt werden und so das Putzen verringern. Waschbecken mit Lotoseffekt oder pflegeleichte Evermite-/Stoneplus-Oberflächen beim Mineralguss sind schon fast Standard.

ZM: Wo Wasser ist, besteht auch die Gefahr von Schimmelbildung. Wie kann man diesem Problem begegnen?

MS: Badmöbel unserer Exklusivmarke Eschebach zum Beispiel verfügen über eine spezielle Hydrophobierung. Darunter versteht man einen Extraschutz gegen Feuchtigkeit und Wasserdampf, der dafür sorgt, dass der Korpus nicht schnell aufquillt. Generell gibt es aber kein Problem im Bad, das nicht über die Auswahl der Materialien gelöst werden könnte.

ZM: In Badezimmern ohne Fenster wird auch Licht zum Thema

MS: Hier hat modernste LED-Technik mittlerweile Einiges zu bieten! Mit Sensorschaltern etwa lässt sich die Helligkeit an den Spiegeln und Spiegelschränken regulieren und je nach Bedarf zwischen Warm- und Kaltlicht wählen.

 

Sadena Badkombination UDINE | Badezimmer
Sadena Badkombination UDINE

 

ZM: Ältere Menschen wohnen gerne so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden, auch wenn es langsam beschwerlich wird. Das Badezimmer ist dann häufig ein neuralgischer Punkt. Was zeichnet eine barrierefreie Badezimmerausstattung aus?

MS: Das ist tatsächlich eines der großen Themen im Badbereich. Bei der Anordnung von Schränken beispielsweise achten wir darauf, dass sie von überall erreichbar sind. Es muss ausreichend Platz zur Verfügung stehen für Hocker oder um mit einem Rollator zu manövrieren. Höhenverstellbare Waschtische sind so angelegt, dass ein Rollstuhl darunter Platz findet.

Anstelle von Schaltern ermöglichen Sensoren die Handhabung von Spiegeln, Seifenspendern oder Armaturen. Man arbeitet derzeit an Lösungen, um eine komplette Badausstattung höhenverstellbar zu gestalten. Hier tut sich also viel, im Beratungsgespräch können individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden.

ZM: Worauf sollte eine Familie bei der Einrichtung des Bades achten?

MS: Für Familien ist Stauraum besonders wichtig, also Schränke und Regale. Wenn die Kinder älter werden möchte jedes Familienmitglied ein eigenes Fach haben, auch das sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Ich halte außerdem Doppelwaschbecken für eine sinnvolle Anschaffung im Familien-Bad. Sie sparen Zeit, wenn es mal schnell gehen muss, vermeiden Streit und sind schon ab einem Meter Breite erhältlich, also auch für kleinere Badezimmer.

Kleinigkeiten, wie farbenfrohe Fronten, herausziehbare Kosmetikspiegel, Hocker zum Draufstellen, Seifenspender mit Sensoren … Das sind alles Ideen, die das Leben im Bad einer Familie erleichtern.

 

Echtholzmöbel sind im Kommen und geben dem Bad das Feeling, als befinde man sich im Wellnesshotel auf der Zugspitze. Martina Sander

ZM: Gibt es einen aktuellen Trend bei der Badezimmereinrichtung?

MS: Der Industrie-Stil zieht auch ins Badezimmer ein. Mit dunklen Metallgestellen als Kufenfüße mit integriertem Handtuchhalter an einer Badkombination kann man sogar das Bohren in die Wand vermeiden. Auf der anderen Seite heißt es „Natur im Bad“: Echtholzmöbel sind im Kommen und geben dem Bad das Feeling, als befinde man sich im Wellnesshotel auf der Zugspitze.

Das Thema Farbe im Bad ist und bleibt ein Dauertrend. Wir verkaufen nicht selten pinkfarbene Bäder. Auch Gästebäder in schwarz, als Visitenkarte des Hauses, sind ein Dauertrend bei uns.

 

 

ZM: Welche Entwicklungen im Bereich Badezimmer halten Sie für besonders interessant?

MS: Die Entwicklung des LED-Lichtes in den letzten Jahren. Die neuen Leuchtmittel führen zu interessanten Lösungen wie etwa beleuchtete Glaswaschbecken oder Armaturen. Auf der technischen Seite sind Bewegungsmelder, die das Licht beim Betreten des Badezimmers ein- und beim Verlassen wieder abschalten, schon seit einiger Zeit im Angebot, ebenso wie Sensoren anstelle von Schaltern.

Andere interessante Entwicklungen beinhalten einen USB-Stick an der Steckdose im Spiegelschrank oder am Badspiegel. Beim Thema „Medien überall“ sind zukünftig interessante Neuerungen zu erwarten. Besonders interessant finde ich zum Beispiel Multimedia-Spiegel, bei denen die Spiegelfläche unter anderem als Bildschirm genutzt wird. Beim Rasieren Nachrichten lesen, Mails abholen usw. wird dann normal sein.

ZM: Welches ist Ihr Lieblingsstück im aktuellen Angebot?

MS: Ich mag den Trend zu Aufsatzbecken in allen Materialien. Es gibt sie in verrückten Farben wie Gold, Silber und Bronze oder aus Materialien wie Stein, Glas, Keramik.

ZM: Liebe Frau Sander, vielen Dank für das Gespräch.

 

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