Treffen mit dem Experten

Interview mit unserem Gartenexperten


Andreas Reimer ist bei Zurbrüggen der Experte für Speisezimmer und Gartenmöbel. Nach seiner Ausbildung und ersten Berufserfahrungen im Bielefelder Haus wechselte er 2012 als Einkäufer nach Unna. Seitdem verantwortet er unter anderem die Auswahl der Gartenmöbel, die in den Zurbrüggen-Häusern angeboten werden. Dazu gehören Tischgruppen und Loungen, Sitzauflagen, Schutzhüllen und Aufbewahrungsboxen, Sonnenbetten, -liegen, -schirme und -ständer, Hollywood-Schaukeln, Strandkörbe, Gaskamine, Grills sowie Gartenhäuser. Wir wollten von ihm wissen, welche Möbeltrends uns in der Gartensaison 2019 begleiten werden und welche Pflege Gartenmöbel benötigen.

 

Im Gartenmöbelbereich dominieren in diesem Jahr ganz klar Möbel aus Schnurgeflecht, „Rope“ genannt. Andreas Reimer

 

Zurbrüggen-Magazin (ZM): Herr Reimer, was zeichnet ein gutes Gartenmöbel in Ihren Augen aus? Und was sollte man beim Kauf unbedingt beachten, um möglichst lange Freude daran zu haben?

Andreas Reimer (AR): Aus meiner Sicht ist ein Möbel dann gut, wenn es den individuellen Ansprüchen des Kunden angepasst ist und seine Wünsche erfüllt. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: die jeweilige Lebenssituation, die räumlichen Gegebenheiten, Vorlieben. Möchte man einen Familiengarten, die Terrasse als Outdoor-Küche nutzen oder den Balkon als Wellness-Oase? Unser Sortiment deckt möglichst viele Bedürfnisse ab. Damit man lange viel Spaß mit seinen Gartenmöbeln hat, sollte man jedoch einige grundlegende Dinge beachten:
Ein Möbel sollte der Größe des Stellplatzes angepasst sein. Das ist wichtig, denn das schönste Möbel verliert seinen Charme, wenn es zu groß ist. Möbel und Polster sollten außerdem UV-resistent und farbbeständig sein, damit sie in der Sonne nicht spröde werden oder ausbleichen. Ein weiterer Faktor ist die optimale Kombination von Funktionalität und Komfort, bei der jeder für sich selbst abwägen muss, was ihm wichtig ist. Einem Kunden zum Beispiel macht es nichts aus, die Polster seiner Lounge-Garnitur immer abzunehmen, um sie vor Wind und Wetter zu schützen, ein anderer findet das lästig. Dieser Kunde fände sicherlich mehr Gefallen an Polsterbezügen mit wasserfesten Oberflächen, die einen Regenschauer problemlos überstehen ohne zu durchnässen und selbst den Winter über draußen bleiben können.

ZM: Welche Gartenmöbeltrends erwarten uns im Gartenjahr 2019?

(AR): Im Gartenmöbelbereich dominieren in diesem Jahr ganz klar Möbel aus Schnurgeflecht, „Rope“ genannt.
Daneben bleiben Tischgruppen mit Stühlen aus Geflecht oder Textilen sehr beliebt. Auch Stühle, bei denen sich die Rückenlehne hydraulisch oder mechanisch verstellen lässt, sind stark gefragt. Abgesehen von solchen Essgruppen stehen mittlerweile auch Dining-Loungen bei den Kunden hoch im Kurs. Ihre Sitz- und Tischhöhe ist höher als die von Lounge-Möbeln, liegt aber etwas unterhalb der von Essgruppen. Das macht die Dining-Loungen gleichermaßen wohnlich und praktisch, auf ihnen lässt sich bequem sowohl sitzen als auch speisen. Höher wird es auch bei den Sonnenliegen. Die Nachfrage nach Ausführungen mit höheren Liegeflächen steigt hier seit einigen Jahren kontinuierlich. Das Angebot richtet sich dabei übrigens nicht ausschließlich an ältere Menschen, denn grundsätzlich ist es ja viel komfortabler, sich auf einer höheren Liege niederzulassen.
Beistelltische sind ein wachsendes Thema. Sie sind problemlos von A nach B zu transportieren, dekorativ und praktisch, um etwas sicher darauf abzustellen. Es gibt sie in verschiedenen Farben, wobei Pastellfarben besonders gut ankommen.
Um bei den Farben zu bleiben: Bei den Gartenmöbeln sind Anthrazit und Grau weiterhin dominant, auch Weiß ist immer wieder gefragt. Möbelauflagen und Polster mit blauen Bezügen kommen beim Kunden gut an. Bei den Materialien setzt sich der seit einigen Jahren beliebte Trend zu Polyrattan-Geflechten fort. Auch Teak- und Aluminiummöbel bleiben. Dabei ist Aluminium verstärkt im Kommen, denn Aluminiummöbel sehen leicht aus und sind besonders witterungsbeständig, weil sie nicht rosten.

 

Auch in der aktuellen Gartensaison bleibt der Trend zu wohnlichen Gartenmöbeln und Loungen erhalten. Andreas Reimer

 

ZM: In den letzten Jahren haben wohnliche Möbel mit Lounge-Charakter in den Gartenbereich Einzug gehalten. Wie wird sich dieser Trend 2019 fortsetzen?

(AR): Auch in der aktuellen Gartensaison bleibt der Trend zu wohnlichen Gartenmöbeln und Loungen erhalten. Man kann das zum einen an den beliebten Sonnenbetten festmachen, die viel Platz zum gemütlichen Liegen bieten, oder an den Hängesesseln, die in unterschiedlichen Ausführungen vor allem jüngere Kunden ansprechen. Auf der anderen Seite bleiben Loungen ein großes Thema. Einige Hersteller bieten raffiniert aufeinander abgestimmte Kombinationen an. Zebra beispielsweise hat mit der „Cubo Lounge“ ein sehr stylishes, gut durchdachtes und multifunktionales Loungemöbelsystem im Angebot.

ZM: Auch für kleinere Flächen, etwa Balkone, sind Gartenmöbel geeignet. Welche Aspekte gilt es hier zu beachten?

(AR): Das lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn auf kleinen Flächen fallen die jeweiligen Wohngegebenheiten und Lebensumstände stark ins Gewicht. Aber es gibt viele Lösungen für kleine Platzverhältnisse, neben Klapptischen, Stapelstühlen und -liegen zum Beispiel multifunktionale Sitzmöbel oder Balkon-Sets, die man regelrecht als Raumsparwunder bezeichnen kann. Selbst beim Sonnenschirm gibt es kleinere Balkon-Lösungen. Der Kunde sollte sich vor allem darüber im Klaren sein, wie er seinen Balkon vornehmlich nutzen möchte und welches Budget dafür zur Verfügung steht.

ZM: Welche Pflege brauchen Möbel, die Wind und Wetter ausgesetzt sind?

(AR): Das ist natürlich produktbezogen unterschiedlich. Wer es nicht mag, dass Holz im Laufe der Zeit grau wird und verwittert, der sollte es regelmäßig reinigen und anschließend ölen. Grundsätzlich tut es allen Materialien gut, wenn sie nicht länger als nötig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, denn die UV-Strahlen beschleunigen die Alterung. Es gibt wasserfeste und atmungsaktive Schutzhüllen, mit denen die Möbel abgedeckt und geschützt werden können. Man sollte sie grundsätzlich immer verwenden, auch wenn die Möbel während der Saison eine Zeit lang nicht benutzt werden. Wer das beachtet, wird sehr lange Freude an seinen Gartenmöbeln haben.

ZM: Was tun, wenn der Sommer vorbei ist? Wie bringt man seine Gartenmöbel am besten über den Winter?

(AR): Hier geht eigentlich kein Weg daran vorbei, die Möbel trocken einzulagern oder ihnen zumindest Schutzhüllen überzuziehen.
Um Schimmelbildung vorzubeugen, müssen die Möbel absolut trocken sein, bevor sie winterfest gemacht werden. Wer seine Möbel einlagert, sollte darauf achten, dass der Raum kühl und belüftet ist. Eine Garage oder ein Kellerraum bieten sich an. Auch unter Schutzhüllen sollte eine gute Belüftung gewährleistet sein.

ZM: Welcher der aktuellen Gartenmöbeltrends spricht Sie besonders an?

(AR): Mir gefallen die pflegeleichten Loungen mit wasserfesten Bezügen und die multifunktionalen Loungen, wo etwa aus der Sitzfläche eines Sofas durch Höhenverstellung das Kopfteil einer Liege wird. Diese Kombination von Funktionalität und Komfort ist mir besonders wichtig. Sie trifft auch auf einen weiteren meiner Trendfavoriten zu: den Gaskamin. Gaskamine sind in meinen Augen eine sehr sinnvolle Ergänzung des Gartenmobiliars – abgesehen vom letzten Sommer sind die Abende bei uns ja eher kühl. Gaskamine verlängern das Vergnügen draußen zu sitzen, denn es sind Wärmequellen. Sie werden aus Beton, Aluminium oder Edelstahl gefertigt und mit einer Gasflasche betrieben. In diesem Jahr haben wir ein relativ breites Angebot in verschiedenen Farben, Formen und Höhen. Manche Kuben kann man mit einer Platte abdecken und als Couchtisch oder Ablagefläche stilvoll in eine Lounge-Garnitur integrieren. Wenn es kühl wird, wird daraus im Handumdrehen eine ansprechende Wärmequelle, die in kürzester Zeit eine wohlige Atmosphäre schafft – ganz ohne beißenden Rauch, lästigen Asche- und gefährlichen Funkenflug. Bei einem Gartenmöbel mit textilem Bezug ein wichtiger Faktor, um Brandlöcher zu vermeiden.

ZM: Herr Reimer, vielen Dank für das Gespräch.

 

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